Auf einen Blick
Das Wichtigste in Kürze
- Drei Werte zählen: Google bewertet die Ladeerfahrung mit den Core Web Vitals LCP, INP und CLS. Gut sind LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden und CLS bis 0,1.
- FID ist abgelöst: Seit dem 12. März 2024 ersetzt INP den First Input Delay. Viele ältere Anleitungen nennen noch den alten Wert.
- Der Score ist nicht das Ziel: Der PageSpeed-Score stammt aus einem Labortest. Was Besucher tatsächlich erleben, zeigen die Felddaten der letzten 28 Tage.
- Rankingsignal, aber nicht das wichtigste: Gute Core Web Vitals garantieren keine Top-Platzierung. Relevanter Inhalt geht bei Google vor.
- Der Umsatz hängt daran: In einer von Google beauftragten Deloitte-Studie stiegen die Conversions im Handel um 8,4 %, wenn die mobile Ladezeit um 0,1 Sekunden sank.
- Die grössten Bremsen: Zu grosse Bilder, zu viele Skripte von Drittanbietern und überladene Themes, Plugins oder Apps.
- Automatik mit Vorsicht: Plugins, die alles automatisch optimieren, können die Darstellung beschädigen. Nach jeder Optimierung gehört ein Sichttest dazu.
Warum ist Pagespeed-Optimierung wichtig?
Pagespeed-Optimierung macht eine Webseite schneller, und das wirkt sich auf die Nutzererfahrung, den Umsatz und in geringerem Mass auf das Ranking aus. Besonders auf dem Smartphone, über das in Onlineshops rund drei Viertel der Sitzungen laufen, entscheidet die Ladezeit darüber, ob jemand das erste Produkt überhaupt zu sehen bekommt. Warum der mobile Auftritt so viel Gewicht hat, zeigt der Ratgeber zur mobilen Webseite.
Wie stark schon kleine Unterschiede wirken, hat Deloitte im Auftrag von Google untersucht. Wurde die mobile Ladezeit um 0,1 Sekunden schneller, stiegen im Handel die Conversions um 8,4 % und der durchschnittliche Warenkorb um 9,2 % (Deloitte, Milliseconds Make Millions, 2020). Die Studie zeigt einen Zusammenhang über viele Marken in Europa und den USA, keine Garantie für den einzelnen Shop. Wie die Conversion Rate berechnet wird, erklärt der Ratgeber zur Conversion Rate.
Wichtig zu wissen: Google bestätigt, dass die Core Web Vitals von den Ranking-Systemen genutzt werden. Gleichzeitig hält Google fest, dass immer der relevanteste Inhalt gezeigt wird, auch wenn die Nutzererfahrung schwächer ist (Google Search Central). Eine schnelle Seite mit schwachem Inhalt überholt also keine langsamere Seite mit der besseren Antwort.
Welche Core Web Vitals gibt es?
Aktuell zählen drei Core Web Vitals, nämlich LCP für die Ladezeit, INP für die Reaktion auf Eingaben und CLS für die Stabilität des Layouts. Bewertet wird jeweils der Wert, den 75 % der Seitenaufrufe erreichen oder unterbieten, getrennt für Smartphone und Desktop.
| Wert | Was er misst | Gut | Optimierung nötig | Schlecht |
|---|---|---|---|---|
| LCP (Largest Contentful Paint) | wie schnell das grösste sichtbare Element erscheint, meist Titelbild oder Überschrift | bis 2,5 s | bis 4 s | über 4 s |
| INP (Interaction to Next Paint) | wie schnell die Seite auf Klicks, Tippen und Eingaben reagiert | bis 200 ms | bis 500 ms | über 500 ms |
| CLS (Cumulative Layout Shift) | wie stark sich Inhalte beim Laden verschieben | bis 0,1 | bis 0,25 | über 0,25 |
Wichtig zu wissen: Seit dem 12. März 2024 ist INP ein Core Web Vital und ersetzt den First Input Delay (FID). FID mass nur die Verzögerung bei der ersten Eingabe, INP bewertet alle Interaktionen während des Besuchs. Anleitungen und Berichte, die noch FID nennen, sind veraltet.
Wie misst man die Ladezeit richtig?
Die Ladezeit misst man mit PageSpeed Insights und dem Bericht zu den Core Web Vitals in der Google Search Console, und dabei zählen die Felddaten mehr als der Score. PageSpeed Insights zeigt zwei Arten von Daten, die oft verwechselt werden.
| Merkmal | Felddaten | Labordaten |
|---|---|---|
| Quelle | echte Besucher mit Chrome (Chrome UX Report) | simulierter Aufruf mit Lighthouse |
| Zeitraum | die letzten 28 Tage | ein einzelner Testlauf |
| Ergebnis | LCP, INP und CLS als bestanden oder nicht bestanden | Score von 0 bis 100 |
| Wofür | zeigt, was Besucher tatsächlich erleben | zeigt Ursachen und konkrete Verbesserungsvorschläge |
| Einschränkung | nur bei genügend Besuchern verfügbar | ein Gerät und eine Verbindung, schwankt von Test zu Test |
Im Labortest gilt ein Score ab 90 als gut und 50 bis 89 als verbesserungsbedürftig (Google, PageSpeed Insights). Kleinere Webseiten haben oft zu wenige Besucher für eigene Felddaten, dann zeigt PageSpeed Insights die Werte der ganzen Domain oder gar keine. Für Shopify-Shops gibt es im Admin zusätzlich das Web-Performance-Dashboard, das LCP, INP und CLS aus echten Besuchen der letzten 90 Tage zeigt.
Wichtig zu wissen: Der mobile Labortest simuliert eine langsame 4G-Verbindung mit 1,6 Mbit/s und ein Smartphone mit vierfach gedrosselter Rechenleistung. Laut Lighthouse entspricht das etwa den schwächsten 25 % der 4G-Verbindungen (Lighthouse). In der Schweiz erreichen Swisscom und Sunrise mit 5G rund 99 % der Bevölkerung (ComCom, Stand Ende 2025). Unsere eigene Startseite erreicht im Labortest vom 21. September 2026 auf dem Desktop einen Score von 98, mobil 57. Für Schweizer Besucher zeichnet der mobile Laborwert deshalb meist ein strengeres Bild als die Realität. Verlässlich beantworten das nur die Felddaten, und für unsere Startseite liegen dafür noch zu wenige Besuche vor.
Was bremst Webseiten und Onlineshops am häufigsten?
Die grössten Bremsen sind meist zu grosse Bilder, zu viele Skripte von Drittanbietern und überladene Themes, Plugins oder Apps. Die Tabelle zeigt, woran man sie erkennt, was hilft und welchen der drei Werte sie verschlechtern.
| Bremse | Wie sie sich zeigt | Was hilft | Betrifft |
|---|---|---|---|
| Zu grosse Bilder | Titelbild erscheint spät | Bilder in passender Grösse und als WebP oder AVIF ausliefern, das Titelbild nicht verzögert laden | LCP |
| Skripte von Drittanbietern | Seite reagiert träge auf Klicks | nur nötige Skripte einbinden, den Rest verzögert laden | INP, LCP |
| Überladenes Theme oder Page Builder | viel CSS und JavaScript, auch für ungenutzte Funktionen | schlankes Theme, ungenutzte Module abschalten | LCP, INP |
| Viele Plugins oder Apps | jede Erweiterung lädt eigene Dateien | Bestand prüfen, Überflüssiges entfernen, bei Shopify auch zurückgebliebenen App-Code | LCP, INP |
| Bilder und Banner ohne feste Masse | Inhalte springen beim Laden | Breite und Höhe angeben, Platz für nachladende Elemente reservieren | CLS |
| Langsamer Server, kein Caching | lange Wartezeit, bis überhaupt etwas erscheint | Caching aktivieren, Hosting prüfen | LCP |
Wichtig zu wissen: Verzögertes Laden (Lazy Loading) ist für Bilder weiter unten auf der Seite richtig, für das Titelbild aber falsch. Google rät ausdrücklich davon ab, Elemente im sichtbaren Bereich verzögert zu laden, weil sich der LCP dadurch verschlechtert (web.dev).
Pagespeed-Optimierung bei WordPress und Shopify
Bei WordPress liegen Hosting, Caching und Optimierung in der Verantwortung des Betreibers, bei Shopify übernimmt die Plattform den technischen Unterbau. Entsprechend unterschiedlich sind die Hebel.
| Bezug auf | ||
|---|---|---|
| Hosting und CDN | stellt Shopify, nicht beeinflussbar | frei wählbar, Qualität sehr unterschiedlich |
| Caching | übernimmt die Plattform | über ein Plugin oder den Server |
| Grösste Hebel | Theme, Apps, Bilder | Theme, Plugins, Bilder, Hosting |
| Messung | Web-Performance-Dashboard, PageSpeed Insights | PageSpeed Insights, Search Console |
Welche Plugins helfen bei WordPress?
Ein Caching-Plugin gehört bei WordPress zur Grundausstattung, ersetzt aber keine saubere Seite. Es liefert Seiten schneller aus, ein zu grosses Titelbild oder ein Dutzend Tracking-Skripte behebt es nicht.
| Plugin | Aufgabe | Kosten | Einschätzung |
|---|---|---|---|
| WP Rocket | Caching, Optimierung von CSS und JavaScript, Lazy Loading | regulär USD 59.95 pro Jahr, keine Gratisversion | umfangreich, braucht für gute Resultate Konfiguration |
| WP Super Cache | Seiten-Caching | kostenlos | solide, ohne weitere Optimierung bei uns im Einsatz |
| LiteSpeed Cache | Caching und Optimierung von Bildern, CSS und JavaScript | kostenlos | Seiten-Caching nur auf Servern mit LiteSpeed |
| Airlift | automatische Gesamtoptimierung | Gratis-Plan ohne CDN, sonst ab USD 100 pro Jahr | führte bei uns zu Darstellungsfehlern bei uns deaktiviert |
| Converter for Media | Bilder in WebP umwandeln | kostenlos, Pro-Version für AVIF | Originale bleiben erhalten bei uns im Einsatz |
| APCu Manager | Objekt-Cache im Arbeitsspeicher | kostenlos | braucht APCu auf dem Server bei uns im Einsatz |
Pagespeed selbst optimieren oder eine Agentur beauftragen?
Bilder verkleinern, überflüssige Plugins oder Apps entfernen und ein Caching-Plugin einrichten lässt sich in vielen Fällen selbst erledigen. Sobald Theme, Skripte oder Server angepasst werden müssen, lohnt sich Fachwissen.
| Aufgabe | Wer |
|---|---|
| Bilder verkleinern und komprimieren | selbst machbar |
| Überflüssige Plugins und Apps entfernen | selbst machbar |
| Caching-Plugin einrichten, mit Sichttest | selbst machbar |
| Skripte verzögert oder nur bei Bedarf laden | Fachwissen |
| Theme oder Page Builder verschlanken | Fachwissen |
| Verschiebungen im Layout beheben (CLS) | Fachwissen |
| Hosting wechseln | Fachwissen |
Wichtig ist, dass die Ladezeit nicht nur einmal optimiert, sondern im Blick behalten wird. Jedes neue Plugin, jede App und jedes Bild kann sie wieder verschlechtern. In unseren Wartungspaketen gehört deshalb ein monatlicher Performance-Check dazu.
Wie wir Ladezeiten in Projekten optimieren
Beim Relaunch haben wir die Ladezeit unserer eigenen Webseite ohne Automatik-Plugin optimiert, mit vier gezielten Massnahmen.
- Theme gewechselt: Den grössten Effekt hatte der Wechsel auf das schlanke Theme Hello Elementor. Von den bisherigen Theme-Anbietern haben wir uns getrennt.
- Bilder umgewandelt: PNG-Dateien werden als WebP ausgeliefert, die Originale bleiben erhalten.
- Caching passend zum Server: WP Super Cache, weil es optimal mit unserem Webserver zusammenarbeitet.
- Objekt-Cache im Arbeitsspeicher: APCu Manager hält häufig gebrauchte Daten im Speicher und räumt abgelaufene Einträge automatisch auf.
Im Labortest vom 21. September 2026 erreicht unsere Startseite auf dem Desktop einen Score von 98 mit einem LCP von 0,9 Sekunden. Diese Erfahrung fliesst in jedes Webseiten-Projekt ein.
«Ein PageSpeed-Score von 100 bringt nichts, wenn die Seite danach nicht mehr richtig aussieht. Airlift hat unsere Werte stark verbessert, aber teilweise zu Darstellungsproblemen geführt. Deshalb haben wir es wieder deaktiviert.»
Gründer, CEO und Marketing
Unser Fazit
Fazit und unsere Einschätzung als Agentur
Pagespeed-Optimierung lohnt sich vor allem wegen der Besucher und des Umsatzes, das Ranking profitiert mit. Drei Empfehlungen aus unserer Praxis.
- Die Felddaten verfolgen, nicht den Score. Der Bericht zu den Core Web Vitals in der Search Console zeigt, was echte Besucher erleben. Ein Laborscore von 100 ist kein Ziel an sich.
- Bei Bildern und Skripten anfangen. Dort liegt meist der grösste Hebel, und das Risiko, etwas zu beschädigen, ist klein.
- Nach jeder Optimierung die Darstellung prüfen. Ein Plugin, das den Score verbessert und dabei Menüs oder Layouts beschädigt, kostet am Ende mehr, als es bringt.
Noch Fragen?
Häufige Fragen zur Pagespeed-Optimierung
Kurz und verständlich beantwortet, ohne Fachjargon. Die passende Antwort ist meist schon dabei.
Was ist ein guter PageSpeed-Score?
Im Labortest von PageSpeed Insights gilt ein Score ab 90 als gut, 50 bis 89 als verbesserungsbedürftig. Wichtiger als der Score sind die Felddaten, also ob LCP, INP und CLS bei echten Besuchern im grünen Bereich liegen. Ein Score von 100 ist kein notwendiges Ziel.
Welche Core Web Vitals gibt es?
Es gibt drei, nämlich LCP (Ladezeit des grössten Elements, gut bis 2,5 Sekunden), INP (Reaktion auf Eingaben, gut bis 200 Millisekunden) und CLS (Verschiebungen im Layout, gut bis 0,1). INP hat im März 2024 den First Input Delay abgelöst.
Ist die Ladezeit ein Rankingfaktor bei Google?
Ja, Google nutzt die Core Web Vitals in den Ranking-Systemen. Relevanter Inhalt hat aber Vorrang, gute Werte garantieren keine Top-Platzierung. Der grössere Effekt einer schnellen Seite liegt meist bei den Besuchern und der Conversion Rate.
Warum ist der Score auf dem Smartphone schlechter als auf dem Desktop?
PageSpeed Insights simuliert für den mobilen Test ein langsameres Gerät mit einer Mobilfunkverbindung. Dieselbe Seite schneidet dort deshalb fast immer schlechter ab. Für Onlineshops ist der mobile Wert massgebend, weil dort die meisten Besuche vom Smartphone kommen.
Warum zeigt jeder Test andere Werte?
Der Labortest ist ein einzelner Aufruf und hängt von Serverlast, Netz und nachladenden Skripten ab. Schwankungen von einigen Punkten sind normal. Aussagekräftiger sind mehrere Tests oder die Felddaten der letzten 28 Tage.
Wie macht man einen Shopify-Shop schneller?
Hosting und Caching übernimmt Shopify, die Hebel liegen bei Theme, Apps und Bildern. Nicht genutzte Apps sollten entfernt werden, samt Code, den sie im Theme hinterlassen haben. Den Stand zeigt das Web-Performance-Dashboard im Shopify-Admin.
Welches Caching-Plugin ist das beste für WordPress?
Das hängt vom Server und vom Aufwand ab, den man investieren will. WP Super Cache ist kostenlos und für das reine Seiten-Caching solide, WP Rocket bietet mehr Funktionen gegen eine Jahresgebühr. Wichtiger als die Wahl des Plugins ist ein Sichttest nach jeder Änderung.