Onlineshop eröffnen in der Schweiz: in 7 Schritten zum eigenen Shop

Onlineshop eröffnen in der Schweiz, ein neuer Shop geht mit dem Schild «Offen» online
«Wir möchten einen Onlineshop eröffnen, wo fangen wir an?» Mit dieser Frage kommen viele KMU und Startups zu uns. Die Antwort beginnt selten beim Shopsystem. Vor der Technik stehen die Nachfrage, das Konzept und das Budget, und dort entscheidet sich, ob ein Shop später verkauft. Dieser Ratgeber führt durch die sieben Schritte, mit denen ein eigener Onlineshop in der Schweiz entsteht. Er beginnt bei der Nachfrage und endet beim Livegang, dazwischen stehen Konzept, Budget, Shopsystem, Rechtliches und Inhalte. Zu jedem Schritt gibt es Richtwerte aus unseren Projekten.

Inhaltsverzeichnis:

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Sieben Schritte: Nachfrage prüfen, Konzept erstellen, Budget planen, Shopsystem wählen, Rechtliches klären, Inhalte vorbereiten, testen und live gehen.
  • Nachfrage vor Technik: Suchvolumen, Konkurrenz und Marge zeigen vor dem ersten Franken für die Technik, ob sich der Shop rechnen kann.
  • Erstellung: Ein kleiner Shop mit 1 bis 10 Produkten kostet bei uns CHF 1’500 als Paketpreis, umfangreichere Shops beginnen bei CHF 4’500.
  • Laufende Kosten: Mit 50 Bestellungen, Wartungspaket und einer Werbekampagne liegt ein kleiner Shopify-Shop bei rund CHF 750 bis 1’050 pro Monat.
  • Rechtliche Pflichten: Anbieterangaben, ein korrekter Bestellablauf und eine Datenschutzerklärung sind Pflicht, AGB sind freiwillig, aber dringend zu empfehlen.
  • Handelsregister und MWST: Für ein Einzelunternehmen werden beide erst ab CHF 100’000 Umsatz pro Jahr zum Thema.
  • Selbst oder Agentur: Die Entscheidung hängt an Zeit, Know-how und Budget.

Welche Schritte braucht es, um einen Onlineshop zu eröffnen?

Ein Onlineshop entsteht in sieben Schritten, nämlich Nachfrage prüfen, Konzept erstellen, Budget planen, Shopsystem wählen, Rechtliches klären, Inhalte vorbereiten sowie testen und live gehen. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt. Wer mit dem Shopsystem beginnt, trifft technische Entscheidungen, bevor klar ist, was der Shop können muss.

Die ersten drei Schritte kosten vor allem Zeit und Überlegung. Erst ab dem vierten Schritt fliesst Geld in Technik, Gestaltung und Einrichtung. Wer die ersten Schritte sauber abschliesst, kann jede Offerte und jedes System an klaren Anforderungen messen.

Onlineshop eröffnen in 7 Schritten, von Nachfrage, Konzept und Budget über Shopsystem, Rechtliches und Inhalte bis zum Livegang

Wie lässt sich die Nachfrage vor dem Start prüfen?

Die Nachfrage lässt sich vor dem Start mit vier Prüfungen einschätzen, nämlich mit dem Suchvolumen der wichtigsten Produktbegriffe, dem Suchtrend, einem Blick auf die Konkurrenz und einer ehrlichen Margenrechnung. Das ist der erste Schritt, und er kostet ausser Zeit kaum etwas.

Bei sehr kleinen Kunden und Startups sehen wir regelmässig, dass die Nachfrage nach Bauchgefühl geschätzt wird und eine Marktanalyse ganz fehlt. Bei etablierten KMU ist das seltener ein Problem. Ob sich ein eigener Shop für das Geschäftsmodell grundsätzlich eignet, klärt der Ratgeber Was ist ein Onlineshop und lohnt er sich.

PrüfungWas sie zeigtWerkzeuge
1. SuchvolumenWie oft in der Schweiz pro Monat nach den Produkten gesucht wirdGoogle Keyword-Planer, SE Ranking oder Ahrefs
2. SuchtrendOb das Interesse wächst, schrumpft oder saisonal schwanktGoogle Trends
3. KonkurrenzWer die Produkte schon verkauft, zu welchen Preisen und mit welchen VersandkostenGoogle-Suche, Google Shopping und grosse Marktplätze
4. MargeOb nach Einkauf, Versand, Zahlungsgebühren und Werbung genug übrig bleibteigene Kalkulation

Was gehört in ein Onlineshop-Konzept?

Ein Onlineshop-Konzept legt fest, was verkauft wird, wie Kunden bezahlen und beliefert werden und welche Funktionen der Shop dafür braucht. Wer ein Onlineshop-Konzept erstellt, beantwortet diese Fragen schriftlich, bevor eine Offerte eingeholt oder ein System gewählt wird. Sechs Bausteine gehören hinein.

Onlineshop-Konzept erstellen mit Sortiment, Zahlungsarten, Versand und Funktionen

Sortiment

Wie viele Produkte zum Start online gehen, mit welchen Varianten wie Grösse oder Farbe, und wie oft Neues dazukommt.

Zahlungsarten

Welche Zahlungsarten angeboten werden, etwa Kreditkarte, TWINT oder Rechnung. Jede Zahlungsart hat eigene Gebühren.

Versand

Wohin geliefert wird, mit welchem Versanddienst und zu welchen Versandkosten. Lieferungen ins Ausland bringen Zoll und Mehrwertsteuer ins Spiel.

Funktionen

Was der Shop über den Warenkorb hinaus können muss, zum Beispiel Terminbuchung, Kundenkonten oder eine Schnittstelle zur Buchhaltung.

Name und Domain

Ein Name, der zur Marke passt, und eine freie .ch-Domain. Beides früh prüfen, bevor Logo und Drucksachen entstehen.

Marke und Design

Logo, Farben und Bildstil. Fehlen sie noch, gehören sie vor den Shopaufbau, weil das Design darauf aufbaut.

Wie viel Budget braucht ein eigener Onlineshop?

Ein eigener Onlineshop kostet bei uns einmalig CHF 1’500 für einen kleinen Shop mit 1 bis 10 Produkten und ab CHF 4’500 für umfangreichere Shops. Danach fallen laufende Kosten an, die bei einem kleinen Shopify-Shop mit 50 Bestellungen, Wartungspaket und einer Werbekampagne bei rund CHF 750 bis 1’050 pro Monat liegen. Beide Beträge gehören in die erste Planung.

PostenRichtwertHinweis
Erstellung kleiner ShopCHF 1’500 einmaligfixer Paketpreis für 1 bis 10 Produkte
Erstellung umfangreicher Shopab CHF 4’500 einmaligviele Produkte, eigene Funktionen oder Schnittstellen
System, Domain und Appsab rund CHF 22 pro Monatkleiner Shopify-Shop, ohne Zahlungsgebühren
Wartungab CHF 119 pro MonatShopify, für WooCommerce ab CHF 179
WerbungCHF 15 bis 25 pro Tagje Kampagne, also rund CHF 450 bis 750 pro Monat

Was in den Paketen enthalten ist, zeigt die Seite zu den Kosten für einen Onlineshop. Wie sich die monatlichen Beträge zusammensetzen, rechnet der Ratgeber zu den laufenden Onlineshop-Kosten durch.

Wichtig zu wissen: Neben dem Geld braucht ein Shop auch Zeit vom eigenen Team, etwa für Inhalte, Feedbackrunden und Tests. Gerade KMU unterschätzen diesen Aufwand oft. Womit dabei zu rechnen ist, zeigt der Ratgeber zu den Herausforderungen der Onlineshop-Erstellung.

Welches Shopsystem passt zum eigenen Onlineshop?

Für die meisten Schweizer KMU passt Shopify oder WooCommerce. Shopify eignet sich, wenn der Shop einfach selbst gepflegt werden soll und Hosting und Updates beim Anbieter liegen. WooCommerce passt, wenn der Shop stark angepasst wird oder bereits eine WordPress-Webseite besteht.

Baukästen wie Wix oder Jimdo sind für den Einstieg schnell eingerichtet. Wächst das Sortiment, wechseln viele unserer Kunden später zu Shopify. Die ausführliche Abwägung mit allen Systemen steht im Ratgeber Welches Shopsystem ist das beste.

Was muss rechtlich geklärt sein, bevor der Shop online geht?

Vor dem Livegang müssen die Angaben zum Anbieter und eine Datenschutzerklärung auf dem Shop stehen, und der Bestellablauf muss die Vorgaben des UWG erfüllen. AGB schreibt das Gesetz nicht vor, für Lieferung, Zahlung und Rückgabe sind sie in einem Shop aber dringend zu empfehlen.

ThemaStatusWas gilt
AnbieterangabenPflichtKlare Angaben zu Identität und Kontaktadresse inklusive E-Mail (UWG Art. 3 Abs. 1 lit. s)
BestellablaufPflichtHinweis auf die Bestellschritte, Korrektur von Eingabefehlern und eine unverzügliche elektronische Bestellbestätigung (gleiche Bestimmung)
DatenschutzerklärungPflichtInformation über den Verantwortlichen, den Zweck und die Empfänger der Daten (DSG Art. 19)
AGBfreiwilligRegeln Lieferung, Zahlung, Rückgabe und Gewährleistung
Handelsregisterje nach RechtsformEinzelunternehmen ab CHF 100’000 Umsatz im letzten Geschäftsjahr (OR Art. 931). Eine GmbH oder AG entsteht erst mit dem Eintrag
AHV-AnmeldungPflichtWer als Einzelunternehmen selbstständig tätig ist, meldet sich bei der Ausgleichskasse an und zahlt Beiträge an AHV, IV und EO (KMU-Portal). Bei einem Nebenerwerb bis CHF 2’500 pro Jahr werden Beiträge nur auf Wunsch erhoben (Merkblatt 2.02)
Mehrwertsteuerab CHF 100’000Befreit ist, wer weniger als CHF 100’000 Umsatz erzielt (MWSTG Art. 10)

Die Schweiz kennt kein allgemeines Widerrufsrecht für Onlinekäufe, wie auch das KMU-Portal des Bundes festhält. Ob und wie Kunden Ware zurückgeben können, legt der Shop deshalb selbst in den AGB fest. Welche Angaben ins Impressum gehören und wie sie korrekt aussehen, zeigt der Ratgeber zur Impressumspflicht in der Schweiz.

Wichtig zu wissen: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick nach Stand September 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei Spezialfällen wie Lebensmitteln, Alkohol oder Heilmitteln gelten zusätzliche Vorschriften.

Welche Inhalte müssen vor dem Start bereit sein?

Vor dem Start müssen Logo, Produktdaten, Produktbilder, Texte und die Rechtstexte bereitstehen. Fehlt einer dieser Bausteine, verzögert sich der Aufbau, bis er da ist.

Logo und Farben

Die Grundlage für das Design. Fehlt das Logo, beginnt der Shop mit einem kleinen Markenprojekt.

Produktdaten

Titel, Preise, Varianten, Gewicht für die Versandkosten und Lagerbestand, am besten gesammelt in einer Tabelle.

Produktbilder

Einheitliche Fotos in guter Auflösung, pro Produkt mehrere Ansichten.

Produkttexte

Beschreibungen, die Nutzen und Details erklären. Kopierte Herstellertexte helfen bei Google wenig, weil sie auf vielen Shops gleich stehen.

Seiteninhalte

Startseite, Über uns und Kontakt sowie Informationen zu Versand, Zahlung und Rückgabe.

Rechtstexte

Impressum, Datenschutzerklärung und AGB, abgestimmt auf die gewählten Zahlungsarten und Versanddienste.

Was ist vor dem Livegang zu testen?

Vor dem Livegang sind mindestens Testbestellungen mit jeder Zahlungsart, die Bestellbestätigung, die Versandkosten und die Darstellung auf dem Smartphone zu prüfen. Jede Zahlungsart wird dabei einmal vollständig durchgespielt, inklusive Rückerstattung.

Nach dem Livegang beginnt die Arbeit an der Sichtbarkeit, denn ein neuer Shop hat noch keine Besucher. Dazu gehören die Anmeldung in der Google Search Console, suchmaschinenfreundliche Produkt- und Kategorietexte und je nach Budget eine Werbekampagne zum Start.

Vor dem Livegang eines Onlineshops Testbestellung und Bestellbestätigung prüfen

Onlineshop selbst erstellen oder erstellen lassen?

Ob sich ein Onlineshop selbst erstellen lässt oder besser an eine Agentur geht, hängt von drei Faktoren ab, nämlich Zeit, Know-how und Budget. Eine allgemeine Antwort gibt es nicht, die drei Faktoren lassen sich aber für jedes Projekt einschätzen.

Zeit

Wer selbst baut, investiert die Stunden für Einrichtung, Produkte und Tests aus dem eigenen Alltag. Mit einer Agentur bleibt die Zeit für Inhalte und Feedback.

Know-how

Zahlungsarten, Versandregeln, Rechtstexte und SEO richtig einzurichten, braucht Erfahrung. Fehler zeigen sich oft erst nach dem Start.

Budget

Selbst gebaut kostet der Shop anfangs vor allem die Software. Eine Agentur kostet mehr und liefert dafür einen eingerichteten und getesteten Shop.

Marco Hofer, Gründer, CEO und Marketing
Marco Hofer, Gründer, CEO und Marketing

Wie wir den Start eines Onlineshops vorbereiten

Marco Hofer, Gründer, CEO und Marketing
Marco Hofer, Gründer, CEO und Marketing

Wie viel ein Kunde zum Projektstart mitbringt, ist sehr unterschiedlich. Manche haben Produktdaten, Bilder und Texte fertig, andere haben noch nicht einmal ein Logo. Je nach Offerte übernehmen wir mehr oder weniger dieser Arbeiten. Texte stellen idealerweise die Kunden selbst bereit, weil sie ihr Unternehmen am besten kennen und die Texte so von Anfang an ihrem Ton entsprechen. Schreiben wir die Inhalte, entstehen zusätzliche Runden, in denen Texte geprüft und überarbeitet werden.

«Ob man den Shop selbst baut oder auslagert, ist immer eine Frage von Zeit, Know-how und Budget. Wer das Budget hat, sollte sich aber klar eine kompetente Agentur suchen. So erspart man sich viel Lehrgeld, Nerven und Ressourcen.»

Gründer, CEO und Marketing

Unser Fazit

Fazit und unsere Einschätzung als Agentur

Einen Onlineshop zu eröffnen, ist in sieben Schritten gut planbar. Die meisten Verzögerungen und Fehlinvestitionen entstehen in den Schritten vor der Technik. Drei Empfehlungen aus unserer Praxis.

  1. Nachfrage belegen, bevor Geld in die Technik fliesst. Suchvolumen, Konkurrenz und Marge sind mit wenig Aufwand geprüft und ersetzen das Bauchgefühl.
  2. Das Konzept schriftlich festhalten. Sortiment, Zahlungsarten, Versand und Funktionen auf einer Seite machen Offerten vergleichbar und reduzieren spätere Nachträge.
  3. Den eigenen Aufwand mitplanen. Inhalte, Feedback und Tests brauchen Zeit vom eigenen Team, auch wenn eine Agentur den Shop baut.

Noch Fragen?

Häufige Fragen zum Onlineshop eröffnen

Kurz und verständlich beantwortet, ohne Fachjargon. Die passende Antwort ist meist schon dabei.

Wie erstelle ich einen eigenen Onlineshop?

Ein eigener Onlineshop entsteht in sieben Schritten. Zuerst werden Nachfrage, Konzept und Budget geklärt, danach folgen Shopsystem, rechtliche Pflichten und Inhalte. Am Schluss stehen Testbestellungen und der Livegang.

Es braucht ein Sortiment, ein Shopsystem, eine Domain, Zahlungs- und Versandlösungen sowie Produktdaten, Bilder und Texte. Rechtlich sind Anbieterangaben und eine Datenschutzerklärung Pflicht. Eine allgemeine Bewilligungspflicht für die Gründung gibt es in der Schweiz nicht. Bestimmte Tätigkeiten und Berufe sind aber reglementiert und brauchen eine Bewilligung von Bund oder Kanton.

Nein, ein Onlineshop lässt sich auch als Einzelunternehmen führen. Ein Eintrag ins Handelsregister ist für Einzelunternehmen erst ab einem Umsatz von CHF 100’000 im letzten Geschäftsjahr Pflicht. Von der Mehrwertsteuer befreit ist, wer weniger als CHF 100’000 Umsatz erzielt.

Einen kleinen Shop mit 1 bis 10 Produkten erstellen wir zum Paketpreis von CHF 1’500, umfangreichere Shops beginnen bei CHF 4’500. Dazu kommen laufende Kosten ab rund CHF 22 pro Monat für System, Domain und Apps. Mit Wartung und Werbung rechnet ein kleiner Shop realistisch mit CHF 750 bis 1’050 pro Monat.

Ganz kostenlos ist ein professioneller Onlineshop nicht. Die Software WooCommerce ist gratis, Hosting, Domain und Erweiterungen kosten aber rund CHF 25 pro Monat. Gratis-Angebote von Baukästen eignen sich höchstens zum Ausprobieren, weil der Verkauf bei den meisten Anbietern ein bezahltes Abo voraussetzt.

Nein, die Schweiz kennt kein allgemeines gesetzliches Widerrufsrecht im Onlinehandel. Ob Kunden Ware zurückgeben können, legt der Shop selbst in seinen AGB fest. Spricht der Shop gezielt Konsumenten in der EU an, gilt für diese grundsätzlich das EU-Widerrufsrecht von 14 Tagen nach Erhalt der Ware.

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