Auf einen Blick
Das Wichtigste in Kürze
- Sieben Schritte: Nachfrage prüfen, Konzept erstellen, Budget planen, Shopsystem wählen, Rechtliches klären, Inhalte vorbereiten, testen und live gehen.
- Nachfrage vor Technik: Suchvolumen, Konkurrenz und Marge zeigen vor dem ersten Franken für die Technik, ob sich der Shop rechnen kann.
- Erstellung: Ein kleiner Shop mit 1 bis 10 Produkten kostet bei uns CHF 1’500 als Paketpreis, umfangreichere Shops beginnen bei CHF 4’500.
- Laufende Kosten: Mit 50 Bestellungen, Wartungspaket und einer Werbekampagne liegt ein kleiner Shopify-Shop bei rund CHF 750 bis 1’050 pro Monat.
- Rechtliche Pflichten: Anbieterangaben, ein korrekter Bestellablauf und eine Datenschutzerklärung sind Pflicht, AGB sind freiwillig, aber dringend zu empfehlen.
- Handelsregister und MWST: Für ein Einzelunternehmen werden beide erst ab CHF 100’000 Umsatz pro Jahr zum Thema.
- Selbst oder Agentur: Die Entscheidung hängt an Zeit, Know-how und Budget.
Welche Schritte braucht es, um einen Onlineshop zu eröffnen?
Ein Onlineshop entsteht in sieben Schritten, nämlich Nachfrage prüfen, Konzept erstellen, Budget planen, Shopsystem wählen, Rechtliches klären, Inhalte vorbereiten sowie testen und live gehen. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt. Wer mit dem Shopsystem beginnt, trifft technische Entscheidungen, bevor klar ist, was der Shop können muss.
Die ersten drei Schritte kosten vor allem Zeit und Überlegung. Erst ab dem vierten Schritt fliesst Geld in Technik, Gestaltung und Einrichtung. Wer die ersten Schritte sauber abschliesst, kann jede Offerte und jedes System an klaren Anforderungen messen.
Wie lässt sich die Nachfrage vor dem Start prüfen?
Die Nachfrage lässt sich vor dem Start mit vier Prüfungen einschätzen, nämlich mit dem Suchvolumen der wichtigsten Produktbegriffe, dem Suchtrend, einem Blick auf die Konkurrenz und einer ehrlichen Margenrechnung. Das ist der erste Schritt, und er kostet ausser Zeit kaum etwas.
Bei sehr kleinen Kunden und Startups sehen wir regelmässig, dass die Nachfrage nach Bauchgefühl geschätzt wird und eine Marktanalyse ganz fehlt. Bei etablierten KMU ist das seltener ein Problem. Ob sich ein eigener Shop für das Geschäftsmodell grundsätzlich eignet, klärt der Ratgeber Was ist ein Onlineshop und lohnt er sich.
| Prüfung | Was sie zeigt | Werkzeuge |
|---|---|---|
| 1. Suchvolumen | Wie oft in der Schweiz pro Monat nach den Produkten gesucht wird | Google Keyword-Planer, SE Ranking oder Ahrefs |
| 2. Suchtrend | Ob das Interesse wächst, schrumpft oder saisonal schwankt | Google Trends |
| 3. Konkurrenz | Wer die Produkte schon verkauft, zu welchen Preisen und mit welchen Versandkosten | Google-Suche, Google Shopping und grosse Marktplätze |
| 4. Marge | Ob nach Einkauf, Versand, Zahlungsgebühren und Werbung genug übrig bleibt | eigene Kalkulation |
Was gehört in ein Onlineshop-Konzept?
Ein Onlineshop-Konzept legt fest, was verkauft wird, wie Kunden bezahlen und beliefert werden und welche Funktionen der Shop dafür braucht. Wer ein Onlineshop-Konzept erstellt, beantwortet diese Fragen schriftlich, bevor eine Offerte eingeholt oder ein System gewählt wird. Sechs Bausteine gehören hinein.
Sortiment
Wie viele Produkte zum Start online gehen, mit welchen Varianten wie Grösse oder Farbe, und wie oft Neues dazukommt.
Zahlungsarten
Welche Zahlungsarten angeboten werden, etwa Kreditkarte, TWINT oder Rechnung. Jede Zahlungsart hat eigene Gebühren.
Versand
Wohin geliefert wird, mit welchem Versanddienst und zu welchen Versandkosten. Lieferungen ins Ausland bringen Zoll und Mehrwertsteuer ins Spiel.
Funktionen
Was der Shop über den Warenkorb hinaus können muss, zum Beispiel Terminbuchung, Kundenkonten oder eine Schnittstelle zur Buchhaltung.
Name und Domain
Ein Name, der zur Marke passt, und eine freie .ch-Domain. Beides früh prüfen, bevor Logo und Drucksachen entstehen.
Marke und Design
Logo, Farben und Bildstil. Fehlen sie noch, gehören sie vor den Shopaufbau, weil das Design darauf aufbaut.
Wie viel Budget braucht ein eigener Onlineshop?
Ein eigener Onlineshop kostet bei uns einmalig CHF 1’500 für einen kleinen Shop mit 1 bis 10 Produkten und ab CHF 4’500 für umfangreichere Shops. Danach fallen laufende Kosten an, die bei einem kleinen Shopify-Shop mit 50 Bestellungen, Wartungspaket und einer Werbekampagne bei rund CHF 750 bis 1’050 pro Monat liegen. Beide Beträge gehören in die erste Planung.
| Posten | Richtwert | Hinweis |
|---|---|---|
| Erstellung kleiner Shop | CHF 1’500 einmalig | fixer Paketpreis für 1 bis 10 Produkte |
| Erstellung umfangreicher Shop | ab CHF 4’500 einmalig | viele Produkte, eigene Funktionen oder Schnittstellen |
| System, Domain und Apps | ab rund CHF 22 pro Monat | kleiner Shopify-Shop, ohne Zahlungsgebühren |
| Wartung | ab CHF 119 pro Monat | Shopify, für WooCommerce ab CHF 179 |
| Werbung | CHF 15 bis 25 pro Tag | je Kampagne, also rund CHF 450 bis 750 pro Monat |
Was in den Paketen enthalten ist, zeigt die Seite zu den Kosten für einen Onlineshop. Wie sich die monatlichen Beträge zusammensetzen, rechnet der Ratgeber zu den laufenden Onlineshop-Kosten durch.
Wichtig zu wissen: Neben dem Geld braucht ein Shop auch Zeit vom eigenen Team, etwa für Inhalte, Feedbackrunden und Tests. Gerade KMU unterschätzen diesen Aufwand oft. Womit dabei zu rechnen ist, zeigt der Ratgeber zu den Herausforderungen der Onlineshop-Erstellung.
Welches Shopsystem passt zum eigenen Onlineshop?
Für die meisten Schweizer KMU passt Shopify oder WooCommerce. Shopify eignet sich, wenn der Shop einfach selbst gepflegt werden soll und Hosting und Updates beim Anbieter liegen. WooCommerce passt, wenn der Shop stark angepasst wird oder bereits eine WordPress-Webseite besteht.
Baukästen wie Wix oder Jimdo sind für den Einstieg schnell eingerichtet. Wächst das Sortiment, wechseln viele unserer Kunden später zu Shopify. Die ausführliche Abwägung mit allen Systemen steht im Ratgeber Welches Shopsystem ist das beste.
Was muss rechtlich geklärt sein, bevor der Shop online geht?
Vor dem Livegang müssen die Angaben zum Anbieter und eine Datenschutzerklärung auf dem Shop stehen, und der Bestellablauf muss die Vorgaben des UWG erfüllen. AGB schreibt das Gesetz nicht vor, für Lieferung, Zahlung und Rückgabe sind sie in einem Shop aber dringend zu empfehlen.
| Thema | Status | Was gilt |
|---|---|---|
| Anbieterangaben | Pflicht | Klare Angaben zu Identität und Kontaktadresse inklusive E-Mail (UWG Art. 3 Abs. 1 lit. s) |
| Bestellablauf | Pflicht | Hinweis auf die Bestellschritte, Korrektur von Eingabefehlern und eine unverzügliche elektronische Bestellbestätigung (gleiche Bestimmung) |
| Datenschutzerklärung | Pflicht | Information über den Verantwortlichen, den Zweck und die Empfänger der Daten (DSG Art. 19) |
| AGB | freiwillig | Regeln Lieferung, Zahlung, Rückgabe und Gewährleistung |
| Handelsregister | je nach Rechtsform | Einzelunternehmen ab CHF 100’000 Umsatz im letzten Geschäftsjahr (OR Art. 931). Eine GmbH oder AG entsteht erst mit dem Eintrag |
| AHV-Anmeldung | Pflicht | Wer als Einzelunternehmen selbstständig tätig ist, meldet sich bei der Ausgleichskasse an und zahlt Beiträge an AHV, IV und EO (KMU-Portal). Bei einem Nebenerwerb bis CHF 2’500 pro Jahr werden Beiträge nur auf Wunsch erhoben (Merkblatt 2.02) |
| Mehrwertsteuer | ab CHF 100’000 | Befreit ist, wer weniger als CHF 100’000 Umsatz erzielt (MWSTG Art. 10) |
Die Schweiz kennt kein allgemeines Widerrufsrecht für Onlinekäufe, wie auch das KMU-Portal des Bundes festhält. Ob und wie Kunden Ware zurückgeben können, legt der Shop deshalb selbst in den AGB fest. Welche Angaben ins Impressum gehören und wie sie korrekt aussehen, zeigt der Ratgeber zur Impressumspflicht in der Schweiz.
Wichtig zu wissen: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick nach Stand September 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei Spezialfällen wie Lebensmitteln, Alkohol oder Heilmitteln gelten zusätzliche Vorschriften.
Welche Inhalte müssen vor dem Start bereit sein?
Vor dem Start müssen Logo, Produktdaten, Produktbilder, Texte und die Rechtstexte bereitstehen. Fehlt einer dieser Bausteine, verzögert sich der Aufbau, bis er da ist.
Logo und Farben
Die Grundlage für das Design. Fehlt das Logo, beginnt der Shop mit einem kleinen Markenprojekt.
Produktdaten
Titel, Preise, Varianten, Gewicht für die Versandkosten und Lagerbestand, am besten gesammelt in einer Tabelle.
Produktbilder
Einheitliche Fotos in guter Auflösung, pro Produkt mehrere Ansichten.
Produkttexte
Beschreibungen, die Nutzen und Details erklären. Kopierte Herstellertexte helfen bei Google wenig, weil sie auf vielen Shops gleich stehen.
Seiteninhalte
Startseite, Über uns und Kontakt sowie Informationen zu Versand, Zahlung und Rückgabe.
Rechtstexte
Impressum, Datenschutzerklärung und AGB, abgestimmt auf die gewählten Zahlungsarten und Versanddienste.
Was ist vor dem Livegang zu testen?
Vor dem Livegang sind mindestens Testbestellungen mit jeder Zahlungsart, die Bestellbestätigung, die Versandkosten und die Darstellung auf dem Smartphone zu prüfen. Jede Zahlungsart wird dabei einmal vollständig durchgespielt, inklusive Rückerstattung.
Nach dem Livegang beginnt die Arbeit an der Sichtbarkeit, denn ein neuer Shop hat noch keine Besucher. Dazu gehören die Anmeldung in der Google Search Console, suchmaschinenfreundliche Produkt- und Kategorietexte und je nach Budget eine Werbekampagne zum Start.
Onlineshop selbst erstellen oder erstellen lassen?
Ob sich ein Onlineshop selbst erstellen lässt oder besser an eine Agentur geht, hängt von drei Faktoren ab, nämlich Zeit, Know-how und Budget. Eine allgemeine Antwort gibt es nicht, die drei Faktoren lassen sich aber für jedes Projekt einschätzen.
Zeit
Wer selbst baut, investiert die Stunden für Einrichtung, Produkte und Tests aus dem eigenen Alltag. Mit einer Agentur bleibt die Zeit für Inhalte und Feedback.
Know-how
Zahlungsarten, Versandregeln, Rechtstexte und SEO richtig einzurichten, braucht Erfahrung. Fehler zeigen sich oft erst nach dem Start.
Budget
Selbst gebaut kostet der Shop anfangs vor allem die Software. Eine Agentur kostet mehr und liefert dafür einen eingerichteten und getesteten Shop.
Wie wir den Start eines Onlineshops vorbereiten
Wie viel ein Kunde zum Projektstart mitbringt, ist sehr unterschiedlich. Manche haben Produktdaten, Bilder und Texte fertig, andere haben noch nicht einmal ein Logo. Je nach Offerte übernehmen wir mehr oder weniger dieser Arbeiten. Texte stellen idealerweise die Kunden selbst bereit, weil sie ihr Unternehmen am besten kennen und die Texte so von Anfang an ihrem Ton entsprechen. Schreiben wir die Inhalte, entstehen zusätzliche Runden, in denen Texte geprüft und überarbeitet werden.
«Ob man den Shop selbst baut oder auslagert, ist immer eine Frage von Zeit, Know-how und Budget. Wer das Budget hat, sollte sich aber klar eine kompetente Agentur suchen. So erspart man sich viel Lehrgeld, Nerven und Ressourcen.»
Gründer, CEO und Marketing
Unser Fazit
Fazit und unsere Einschätzung als Agentur
Einen Onlineshop zu eröffnen, ist in sieben Schritten gut planbar. Die meisten Verzögerungen und Fehlinvestitionen entstehen in den Schritten vor der Technik. Drei Empfehlungen aus unserer Praxis.
- Nachfrage belegen, bevor Geld in die Technik fliesst. Suchvolumen, Konkurrenz und Marge sind mit wenig Aufwand geprüft und ersetzen das Bauchgefühl.
- Das Konzept schriftlich festhalten. Sortiment, Zahlungsarten, Versand und Funktionen auf einer Seite machen Offerten vergleichbar und reduzieren spätere Nachträge.
- Den eigenen Aufwand mitplanen. Inhalte, Feedback und Tests brauchen Zeit vom eigenen Team, auch wenn eine Agentur den Shop baut.
Noch Fragen?
Häufige Fragen zum Onlineshop eröffnen
Kurz und verständlich beantwortet, ohne Fachjargon. Die passende Antwort ist meist schon dabei.
Wie erstelle ich einen eigenen Onlineshop?
Ein eigener Onlineshop entsteht in sieben Schritten. Zuerst werden Nachfrage, Konzept und Budget geklärt, danach folgen Shopsystem, rechtliche Pflichten und Inhalte. Am Schluss stehen Testbestellungen und der Livegang.
Was braucht man, um einen Onlineshop zu eröffnen?
Es braucht ein Sortiment, ein Shopsystem, eine Domain, Zahlungs- und Versandlösungen sowie Produktdaten, Bilder und Texte. Rechtlich sind Anbieterangaben und eine Datenschutzerklärung Pflicht. Eine allgemeine Bewilligungspflicht für die Gründung gibt es in der Schweiz nicht. Bestimmte Tätigkeiten und Berufe sind aber reglementiert und brauchen eine Bewilligung von Bund oder Kanton.
Braucht man eine Firma, um einen Onlineshop zu eröffnen?
Nein, ein Onlineshop lässt sich auch als Einzelunternehmen führen. Ein Eintrag ins Handelsregister ist für Einzelunternehmen erst ab einem Umsatz von CHF 100’000 im letzten Geschäftsjahr Pflicht. Von der Mehrwertsteuer befreit ist, wer weniger als CHF 100’000 Umsatz erzielt.
Wie viel kostet es, einen Onlineshop zu eröffnen?
Einen kleinen Shop mit 1 bis 10 Produkten erstellen wir zum Paketpreis von CHF 1’500, umfangreichere Shops beginnen bei CHF 4’500. Dazu kommen laufende Kosten ab rund CHF 22 pro Monat für System, Domain und Apps. Mit Wartung und Werbung rechnet ein kleiner Shop realistisch mit CHF 750 bis 1’050 pro Monat.
Kann man einen Onlineshop kostenlos erstellen?
Ganz kostenlos ist ein professioneller Onlineshop nicht. Die Software WooCommerce ist gratis, Hosting, Domain und Erweiterungen kosten aber rund CHF 25 pro Monat. Gratis-Angebote von Baukästen eignen sich höchstens zum Ausprobieren, weil der Verkauf bei den meisten Anbietern ein bezahltes Abo voraussetzt.
Gibt es in der Schweiz ein Widerrufsrecht für Onlinekäufe?
Nein, die Schweiz kennt kein allgemeines gesetzliches Widerrufsrecht im Onlinehandel. Ob Kunden Ware zurückgeben können, legt der Shop selbst in seinen AGB fest. Spricht der Shop gezielt Konsumenten in der EU an, gilt für diese grundsätzlich das EU-Widerrufsrecht von 14 Tagen nach Erhalt der Ware.