Case Study
Das Konzept: Eine eigenständige Marke und ein Shopify-Shop für Naturprodukte. Dazu ein laufendes Mandat für SEO, Google Business Profile und Google Ads.

Der Inhaber von LivingNatural führt ein Physiotherapie- und Fitnesscenter. Die Produkte, die er verkaufen wollte, kennt er aus der täglichen Arbeit. Fachlich war die Grundlage da, digital fehlte sie ganz.
Für das Therapie- und Fitnessangebot gab es eine Webseite. Für den Produktverkauf gab es nichts: keinen Shop, keine Marke, kein Logo, kein Farbkonzept, keine Typografie. Der Verkauf sollte als eigener Auftritt mit eigenem Namen laufen, und der musste bei null anfangen.
Im Gesundheitsumfeld ist das kein kosmetisches Problem. Wer Produkte kauft, die er täglich einnimmt, entscheidet stark über Vertrauen. Ein improvisierter Auftritt kostet in dieser Branche direkt Umsatz. Ein schöner Shop, den in der Suche niemand findet, allerdings auch. Wir haben Marke und Suchmaschinenoptimierung deshalb von Anfang an zusammen geplant.
Eine Marke mit Logo, Farbwelt, Typografie und Produkt-Icons aufbauen. Darauf einen Shopify-Shop mit klar strukturiertem Sortiment umsetzen. Ein SEO-Fundament legen, das jeder Kollektionsseite eine eigene Suchintention zuweist. Nach dem Go-Live Shop, Google Business Profile und Google Ads laufend betreuen.
11 Monate nach Go-Live
Bei LivingNatural gab es für den Onlineauftritt noch kein einziges Bauteil. Kein Logo, keine Farben, keine Schrift. Der erste Arbeitsschritt war deshalb die Marke.
Wir haben fünf Logo-Varianten entwickelt und mit einer Empfehlung vorgelegt. Die Begründung stützte sich auf praktische Fragen. Wie verhält sich das Zeichen in kleiner Grösse? Funktioniert es einfarbig, auf dunklem Grund, als Favicon im Browser-Tab, auf einer Produktverpackung?
Durchgesetzt hat sich ein Kreissignet mit zwei stilisierten Blättern, kombiniert mit einer Wortmarke in Serifenschrift. Ausgeliefert wurde die Marke in allen Ausbaustufen, die ein Shop im Alltag braucht: farbig, einfarbig schwarz, negativ auf Moosgrün, als Kompaktversion für schmale Platzierungen und als Favicon-Signet mit den Initialen «LN».
Zu jeder Farbe ist festgehalten, wofür sie eingesetzt wird. Moosgrün trägt Logo, Primärbuttons und Navigation. Goldocker ist für Aktionen und Preishinweise reserviert. Salbeigrün und Naturweiss bilden die ruhigen Flächen.
Die Typografie arbeitet dreistufig: Cormorant Garamond für Titel, Work Sans für Zwischentitel, Lato für Fliesstext. Die Serifenschrift gibt dem Auftritt Wertigkeit, die Grotesk hält lange Produktseiten lesbar.
Dazu entstand ein Satz von zehn Produkt-Icons im Stil des Logos: vegan, vegetarisch, glutenfrei, laktosefrei, sojafrei, GMO-frei, carrageenfrei, ohne Zusatzstoffe, Kapseln und Pulver.
Diese Eigenschaften entscheiden bei Nahrungsergänzung häufig über den Kauf. Im Fliesstext werden sie überlesen. Als Icon auf der Produktkarte sind sie in einer halben Sekunde erfasst, auch auf dem Handy.
Für LivingNatural fiel die Wahl auf Shopify. Drei Punkte gaben den Ausschlag. Der Kunde wollte seinen Shop selbst pflegen, ohne für jede Produktänderung einen Entwickler zu brauchen. Hosting, Sicherheitsupdates und Zahlungsabwicklung sollten nicht bei einem KMU liegen. Und das Sortiment wächst, die Plattform musste über Jahre mit mehreren Hundert Artikeln zurechtkommen.
Naturprodukte sind sortimentsseitig unangenehm. Vieles überschneidet sich, und gesucht wird mal nach einem Bedürfnis, mal nach einem Stoff, mal nach einer Darreichungsform. Wir haben das Sortiment in vier Hauptbereiche gegliedert: Nahrungsergänzung, Steinwelt, Naturstoffe sowie Haushalt und Gesundheit. Darunter liegen Kollektionen wie Vitamine, Superfood, Mineralien, Kräuter und Blüten, Öle und Zubehör.
Diese Struktur ist gleichzeitig die URL-Architektur des Shops. Jede Kollektion ist eine eigene Seite mit eigener Suchintention und kann damit ranken. Deshalb ist sie vor dem ersten Produktimport gefallen.
Auf der Produktseite bekommen die Produkt-Icons ihre eigentliche Aufgabe. Sie beantworten die Fragen, die vor dem Kauf im Weg stehen, also vegan, glutenfrei oder ohne Zusatzstoffe, bevor jemand danach suchen muss. Preis, Verfügbarkeit und Kaufen-Button liegen im selben Blickfeld.
Der Shop akzeptiert TWINT, Visa, Mastercard, Apple Pay, Google Pay und Klarna. TWINT entscheidet in der Schweiz häufig darüber, ob ein Kauf abgeschlossen oder abgebrochen wird. Der Checkout ist konsequent auf Schweizer Gewohnheiten ausgerichtet.
Die Mehrheit der Besucherinnen und Besucher kommt über das Smartphone. Der mobile Kaufweg ist deshalb eigens gestaltet, vom Einstieg über die Kollektion und die Produktseite bis zum Warenkorb.
Vier Ansichten aus demselben Kaufweg: Einstieg, Kollektion, Produktseite, Warenkorb.
Bei Shop-Projekten wird oft zuerst gebaut und danach gefragt, wonach gesucht wird. Umstrukturierungen im Nachhinein kosten Rankings, Weiterleitungen und Zeit. Bei LivingNatural stand die Keyword-Recherche am Anfang und hat die Seitenstruktur mitbestimmt.
Die Ergebnisse waren teilweise unbequem. «Supplements» kommt in der Schweiz auf rund 1'900 Suchanfragen pro Monat, ist aber sehr allgemein und hart umkämpft. Als alleiniger Fokus für einen jungen Shop war das nicht realistisch. «Supplement Shop Schweiz» liegt bei rund 70 Suchanfragen und ist dafür kaufnah. Die Eigenmarke OPE Natural hat ein Suchvolumen von null. Wir haben die Seite trotzdem gebaut, allerdings als Markenseite und nicht als Traffic-Quelle.
Übergeben haben wir einen SEO-Content-Leitfaden mit 13 Arbeitsblättern, für die Startseite, die Seite «Unsere Story» und jede Kollektion. Pro Seite enthält er Haupt- und Nebenkeywords mit Suchvolumen, Meta-Titel, Meta-Description, die H1, die Überschriftenstruktur, den ersten Absatz und die Alt-Texte. Jede Suchintention hat damit genau eine zuständige Seite, und Keyword-Kannibalisierung ist von Beginn weg ausgeschlossen.
Zum laufenden Mandat gehört auch das Google Business Profile. Dieser Baustein ist der jüngste im Projekt und noch im Aufbau. Die Grunddaten stehen, das Bildmaterial ist in Prüfung, und die Sammlung von Kundenbewertungen läuft an.
Das Profil ist für viele Suchende der erste Kontakt mit dem Unternehmen und einer der wenigen Vertrauensbelege, die Google direkt in den Suchergebnissen zeigt. Bewertungen entstehen dabei nicht von selbst. Sie brauchen einen Prozess, der zufriedene Kunden im richtigen Moment danach fragt. Diesen Prozess bauen wir gerade auf.
Erst als der Shop stand, die Marke sass und die SEO-Grundlage lag, kam bezahlte Werbung dazu. Wer Werbebudget auf einen Shop lenkt, der noch nicht konvertiert, verbrennt Geld.
Ende Mai 2026 startete das Mandat. Die erste Phase sieht in jedem Konto gleich aus. Das System sammelt Conversion-Daten, die Kosten laufen, die Abschlüsse hinken hinterher. Diese Phase lässt sich verkürzen. Wir haben dazu weiche Conversions mitgezählt, also Signale unterhalb des Kaufs, die Kaufabsicht anzeigen, und ihnen nur einen minimalen Conversion-Wert hinterlegt. Sie zählen mit, sie steuern aber nicht. Wer weiche Conversions gleich hoch bewertet wie einen Kauf, bekommt viele billige Signale und wenig Umsatz.
Vom 29. Mai bis zum 12. August 2026 ergaben sich 114'459 Impressionen, 1'557 Klicks und 150 Conversions bei einem durchschnittlichen Klickpreis von 73 Rappen. Die 150 enthalten die weichen Signale aus der Lernphase und sind damit keine 150 Bestellungen.
Beim ROAS zeigt das Konto zwei Zahlen. Über den gesamten Zeitraum seit Kampagnenstart sind es 344 Prozent, dieser Durchschnitt enthält die teure Lernphase. Im letzten Monat liegt der ROAS bei 690 Prozent, also rund 6.90 Franken Umsatz je investiertem Franken. Der Sprung fällt zeitlich mit der Umstellung der Gebotsstrategie auf «Conversion-Wert maximieren» zusammen. Seither optimiert das System auf den Umsatz statt auf die Menge der Signale. Als Nächstes steht die Skalierung des Budgets an.
Nach dem Go-Live beginnt die eigentliche Arbeit. Seit dem Livegang schärfen wir laufend nach: Produktdarstellung, Einstiege, Wege zum Warenkorb, Aufbau der Kollektionsseiten.
Über den Zeitraum seit Oktober 2025 liegt die Conversion-Rate bei 1.54 Prozent. Im August 2026 steht sie bei 3.08 Prozent, also rund doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Vorperioden.
Zur Einordnung: Erhebungen über mehr als 10'000 Shopify-Shops weisen für 2026 einen Gesamtdurchschnitt von etwa 1.8 Prozent aus, Littledata nennt einen Median von rund 1.4 Prozent. Damit liegt LivingNatural klar über dem Durchschnitt des E-Commerce. Innerhalb der Kategorie Health und Wellness, die typischerweise zwischen 3 und 5 Prozent liegt, ist der Wert im Rahmen. Nach oben bleibt Luft, und daran arbeiten wir weiter.
Aus einem Unternehmen ohne digitalen Produktverkauf ist ein eigenständiger Schweizer Onlineshop mit erkennbarer Marke geworden. Der Shop führt ein strukturiertes Sortiment, akzeptiert die in der Schweiz üblichen Zahlungsmittel und trägt ein Corporate Design, das vom Favicon bis zum Produkt-Icon durchgezogen ist.
Die Besucherzahlen sind von rund 500 bis 700 Sitzungen pro Monat im ersten Jahr auf zuletzt über 1'400 Sitzungen im Monat gestiegen. Insgesamt zählt der Shop seit dem Go-Live 7'312 Sitzungen. Parallel dazu hat sich die Conversion-Rate verbessert.
Seit dem Start der Google-Ads-Kampagnen Ende Mai 2026 ist die Zahl der Bestellungen deutlich gestiegen. Organische Sichtbarkeit und bezahlte Werbung greifen dabei ineinander. Dieselbe Keyword-Recherche, die die Shop-Struktur bestimmt hat, liefert die Grundlage für die Kampagnen.
In elf Monaten hat sich vor allem gezeigt, dass die Reihenfolge der Arbeitsschritte entscheidet. Marke vor Shop, Keyword-Recherche vor Struktur, Struktur vor Content, Content vor Werbebudget. Jeder Schritt hätte sich abkürzen lassen, und jede Abkürzung hätte später mehr gekostet, als sie eingespart hätte.
Der zweite Faktor lässt sich schlechter messen. LivingNatural hat Empfehlungen umgesetzt und die Ads-Lernphase durchgehalten, statt nach drei Wochen abzuschalten. Ohne diese Geduld stünde die Kampagne heute nicht dort, wo sie steht.
Der nächste Schritt ist die Skalierung des Werbebudgets auf einer Datenbasis, die das inzwischen trägt.
«Ob Naturprodukte oder technische Ersatzteile, entscheidend ist nicht die Branche, sondern die Reihenfolge. Erst die Grundlage, dann das Werbebudget. Schauen wir gemeinsam an, wo Ihr Shop heute steht.»
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