Case Study
Das Konzept: Eine seit 20 Jahren gewachsene Manufaktur bekommt einen Onlineshop, der ihre Markenwelt trägt. Neue Struktur, neue Kundenführung, neue Plattform.

Die cwirbelwind Manufaktur näht seit 2005 in Wiesendangen Kindergartentaschen, Rucksäcke und Turnsäcke von Hand. Jedes Stück ist ein Einzelstück, und viele Kinder suchen ihr Täschli im Atelier persönlich aus. Diese Welt gab es im Laden, aber nicht im Netz.
Der bestehende Shop lief auf einer veralteten WordPress-Grundlage. Er funktionierte, war technisch aber am Ende und im Alltag mühsam. Produkte pflegen ging nur am Rechner, die Struktur war über Jahre gewachsen statt geplant, und von der Atmosphäre der Manufaktur kam online wenig an.
Die Inhaberin wollte zwei Dinge gleichzeitig: einen Auftritt, der die Markenwelt aus dem Atelier zeigt, und ein System, das sie selbst bedienen kann. Am liebsten vom Handy oder Tablet aus, zwischen zwei Kundenterminen.
Die Webseite komplett neu strukturieren und die Kundenführung durch den Shop neu definieren. Ein Farb- und Bildkonzept entwickeln, das die bestehende Markenwelt aus Laden und Manufaktur online weiterführt. Auf eine Plattform wechseln, die sich vom Handy pflegen lässt. Und die technische Grundlage sauber aufsetzen: Keyword-Analyse, Search Console, Merchant Center, Tracking und die Verknüpfung mit dem bestehenden Google-Ads-Konto.
Der alte Shop lief auf WordPress. Ursprünglich war geplant, dort zu bleiben und auf WooCommerce zu wechseln. Im Gespräch zeigte sich aber, dass die entscheidende Anforderung eine andere war. Die Inhaberin wollte Produkte und Bestellungen ohne Umweg pflegen können, unterwegs, auf dem Tablet, zwischen Atelier und Ladentisch.
Diese Anforderung hat die Plattformwahl entschieden. Der neue Shop läuft auf Shopify. Damit sind Hosting, Sicherheit und Zahlungsabwicklung aus dem Alltag der Kundin verschwunden, und die tägliche Arbeit passt in eine App.
Die alte Seite war über Jahre gewachsen. Kategorien lagen nebeneinander, ohne dass erkennbar war, wonach Eltern eigentlich suchen. Wir haben die Struktur deshalb nicht übernommen, sondern neu aufgebaut: vier klare Produktbereiche, dazu getrennte Wege für den Atelier-Besuch und für Unikate.
Kindergartentaschen, Kindergartenrucksäcke, Kinderturnsäcke und Bilderbücher bilden heute die Hauptbereiche. Daneben stehen Einstiege für Bestseller nach Mädchen und Jungs, weil viele Eltern genau so suchen. Jede Kategorie ist eine eigene Seite mit eigener Aufgabe statt ein Filter in einer langen Liste.
Ein grosser Teil des Sortiments ist konfigurierbar. Aus einer Tasche wird ein Unikat mit eigenem Motiv, mit dem Lieblingsstofftier als Vorlage oder mit einer Kinderzeichnung. Die Produktseiten führen Schritt für Schritt durch diese Auswahl, statt sie in Optionsfeldern zu verstecken.
Die Markenwelt von cwirbelwind existierte längst. Farbwelt, Bildmaterial und Schriften kamen von der Kundin selbst, gewachsen aus zwanzig Jahren Atelier und Ladengeschäft. Unsere Aufgabe war nicht, eine Marke zu erfinden, sondern eine vorhandene ins Digitale zu übersetzen.
Die Farben und Bilder stammen aus der Manufaktur. Wir haben sie auf die Shopify-Oberfläche gebracht und ihnen dort feste Rollen gegeben. Farbe führt durch die Seite, statt sie zu dekorieren: Kategorien, Aktionen und Handlungsaufforderungen sind jeweils eindeutig zugeordnet.
Wie eng Laden und Webseite zusammengehören, zeigt die Über-uns-Seite am deutlichsten. Dort stehen die Bilder aus der Manufaktur neben genau den Farbtönen, die auch den Shop tragen.
Viele Kinder suchen ihr Täschli direkt am Bildschirm aus, oft neben den Eltern sitzend. Die Seite spricht deshalb zwei Zielgruppen gleichzeitig an. Verspielte Elemente, grosse Bilder und runde Formen holen die Kinder ab. Ruhige Typografie, klare Preise und eine nüchterne Kaufabwicklung halten es für die Eltern professionell.
Atelier-Besuch, Täschli aussuchen, Shownähen und Terminvereinbarung haben eigene Seiten bekommen. Damit ist der Weg vom Onlineshop in die Manufaktur kein Zufall mehr, sondern Teil der Kundenreise. Wer den Shop verlässt, landet im Laden.
In der Manufaktur lebt eine kleine Plüschmaus. Dopolino begleitet Kinder, die zu Besuch kommen, durch die Auswahl ihrer Kindergartentasche. Sie war das einzige Element der Markenwelt, das online komplett fehlte.
Wir haben Dopolino in verschiedenen Varianten über die ganze Seite verteilt. Sie taucht in Kategorien auf, begleitet durch Formulare und wartet an Stellen, an denen sonst nichts passiert. Für Kinder ist sie ein Wiedererkennungspunkt, für Eltern ein Signal, dass hinter dem Shop dieselbe Manufaktur steht wie im Dorf.
Bevor die erste Kategorieseite entstand, stand die Keyword-Analyse. Sie hat nicht bestimmt, welche Texte wir schreiben, sondern wie die Seite aufgebaut ist. Welche Begriffe suchen Eltern tatsächlich, welche Bezeichnungen kennt niemand ausserhalb der Branche, und welche Kategorien verdienen eine eigene Seite statt eines Filters.
Aus dieser Grundlage sind die vier Hauptbereiche und die Einstiege nach Bestsellern entstanden. Jede Kategorie bedient eine eigene Suchintention, damit die Seiten sich nicht gegenseitig konkurrenzieren.
Zum Relaunch gehört alles, was hinter der sichtbaren Seite arbeitet. Wir haben die Google Search Console eingerichtet, das Merchant Center aufgesetzt und das Tracking implementiert. Der Shop ist zudem korrekt mit dem bestehenden Google-Ads-Konto verknüpft, damit Produktdaten, Conversions und Kampagnen zusammenpassen.
Dieser Teil ist unsichtbar und wird gerne weggelassen. Er entscheidet aber darüber, ob spätere Massnahmen auf Daten beruhen oder auf Vermutungen.
Das Projekt startete im Oktober 2025, der neue Shop ging am 1. Januar 2026 live. Diese Fallstudie dreht sich bewusst um das Konzept und nicht um Kennzahlen. Eine Zahl gehört trotzdem dazu, weil sie zeigt, dass der Umbau nicht nur schöner, sondern wirksam war.
Die Bestellkurve steigt seit dem Go-Live kontinuierlich. Zwischen Ende Januar und Ende Juli 2026 zählt der Shop 195 Bestellungen, mit einem deutlichen Anstieg ab dem Frühjahr.
Ein Relaunch ist selten ein Designproblem. Bei cwirbelwind lag die eigentliche Arbeit darin, eine gewachsene Marke zu verstehen und ihre Bestandteile online wiederzufinden: die Farben aus dem Laden, die Unikate, das Shownähen, die Maus auf dem Zuschneidetisch.
Dazu kam eine Anforderung, die technischer klingt, als sie ist. Wenn die Inhaberin ihre Produkte nicht selbst pflegen kann, veraltet jeder Shop innerhalb eines Jahres. Die Plattformwahl war deshalb eine Betriebsentscheidung.
«Bei cwirbelwind stand die Marke schon im Laden. Wir mussten sie ins Netz bringen, ohne sie unterwegs zu verlieren. Schauen wir gemeinsam an, was Ihre Marke online noch nicht zeigt.»
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